GEN-AU

Die Kommunikation

Genomforschung in der Gesellschaft


SUMMERSCHOOL'10

Praktikumsplätze 2010

GEN-AU dankt den Forschungsgruppen, die ihre Zeit in die Nachwuchsförderung investieren.

SUMMERSCHOOL'10

Die achte GEN-AU SummerSchool beginnt

Auch im Jahr 2010 bietet GEN-AU Jugendlichen die Möglichkeit, Laborluft zu schnuppern.
Fördern Forschen

 
Die GEN-AU SummerSchool Preisverleihung
Als Höhepunkt und Abschluss der GEN-AU SummerSchool´09 wurden am 30. November die besten Forschungsdokumentationen der wissenschaftlichen Sommerpraktika ausgezeichnet.
Fotograf Stefan Langer
Im Szene-Lokal Martinjak feierten die SummerSchool Absolventen und Absolventinnen mit dem GEN-AU Programmbüro und Hemma Bauer vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Forschenden, die aus Graz und Linz angereist waren, und der SummerSchool-Jury aus Forschung, Forschungsförderung und Wissenschaftskommunikation. Auch dieses Jahr war die Qualität der prämierten Arbeiten wieder sehr hoch.

Praktika: Methoden, Laboralltag und Forschungsthemen

Die Themenpalette reichte von Krebsforschung, Bioinformatik oder Mausmodellen bis hin zu Pflanzengenetik. Die Jugendlichen arbeiteten an Genmutationen, Proteinherstellung, Biomarkern bei Schädelhirntraumata oder Methodenentwicklung, untersuchten verschiedene Genexpressionen, Signalwege in Tumorzellen, die Unterdrückung der Tumorzellenbildung durch ein bestimmtes Gen oder die Ausschaltung von Neuronen.

Sie lernten molekularbiologische Methoden wie PCR oder Elektrophorese, Western Blot, Restriktionsverdau oder Fluorenszenzmikroskopie kennen, waren Teil des Forschungsteams und arbeiteten teilweise sehr selbständig an aktuellen Fragestellungen.
Die ELSA Praktikantinnen beschäftigten sich z. B. mit der frühzeitigen Alzheimer Erkrankung oder organisierten die European Researchers Night mit.

Selbstorganisierendes Netzwerk

Erstmals gehörte die Bühne völlig den jungen Wissenschaftsinteressierten aus ganz Österreich. In Differenzierungsübungen sollten sie über selbstorganisierende Prozesse in wechselnden Gruppen nach Herkunft, Ausbildungsstatus, Studienwahl, Praktikumsort oder Art des Praktikums zusammenfinden. Das Ziel des Interaktionsexperiments war Vernetzung, Kennenlernen, die Anregung einer Alumni-Community und ein vielschichtiges Abbilden der GEN-AU SummerSchool.

Reicher Output: Preise, Erfahrungen und Einsichten

Die zehn besten Abschlussdokus wurden mit 100 Euro und Sachpreisen belohnt, für die drei ersten Plätze bedeutete ihr Ranking darüber hinaus eine Reise nach London an das King´s College, wo sie Barbara Prainsack mit der Zwillingsforschung vertraut machen wird.
In der Tasche haben ihr Ticket: Niki Kilbertus, der eine englische Doku über seine Arbeit am Linzer Institut für Biophysik zu Punktmutationen verfasste, Thomas Bumberger, der sich in Hagenberg der Bioinformatik widmete sowie Bernhard Zatloukal, der seinen Laboraufenthalt bei Josef Penninger absolvierte und nun Medizin studieren möchte. Den Meisten hat ihr Aufenthalt im Forschungsalltag ebenfalls bei der Studienwahl geholfen. Eine ELSA Praktikantin hat für sich erkannt: „Ich bin zu ungeduldig, um vielleicht ein Jahr auf eine Ergebnis zu warten.“

Diejenigen, die Erfahrungen im Labor sammeln konnten, haben auch herkömmliche Bilder in ihren Köpfen revidiert: „Unsere Vorstellungen von weißen Kitteln, steifen Forschenden und sterilem Laborleben haben sich als völlig falsch entpuppt.“
Ins Schwitzen kam eine Jugendliche beim ersten Bewerbungsgespräch ihres Lebens mit ihrem GEN-AU Betreuerteam: „Mein Motivationsschreiben wurde mit mir analysiert. Zwischendurch dachte ich, ich gehe diesen Sommer wohl in die Bank arbeiten.“ Stattdessen half sie, einen europaweiten Forschungsevent auf die Beine zu stellen.

Mentorinnen und Mentoren aus der Forschung

Der Preis für die engagiertesten Betreuerinnen und Betreuer ging diesmal an die JKU Linz, Institut für Biophysik, unter der Leitung von Gerhard Schütz, Gruppe Christoph Romanin. Judith Bergsmann, Irene Frischauf und Marc Fahrner nahmen die Auszeichnung entgegen. Für sie ist jedes SummerSchool-Jahr ein neuartiges Erlebnis, abhängig von der Persönlichkeit, dem Vorwissen und dem Engagement ihrer Sommer-Gäste. Unterstützung bei der Studienwahl und die Möglichkeit, die Laborarbeit kennen zu lernen und zu prüfen, ob das Interesse an den Life Sciences nachhaltig ist, stellen sie jedes Jahr gerne zur Verfügung. Von den Schülerinnen und Schülern kommt einiges zurück: „Es ist toll, zu sehen, dass sich junge Menschen für Wissenschaft begeistern oder dass sich bei uns die Studien- und Berufsvorstellungen bestätigen... Und sie sorgen für frischen Wind im Labor!“

Thomas Kroneis von der Medizinischen Universität Graz, Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, begleitete „seine“ Schülerin, die mit ihrer Forschungsarbeit zu Mikrochimärismus unter den besten Zehn landete, nach Wien. Der Molekularbiologe betreut bereits die dritte Generation Praktikantinnen und Praktikanten und schwärmte: „Ich habe nur gute Erfahrungen. Meine Motivation ist, dass ich Leuten, die überdurchschnittlich interessiert sind, die Chance auf eine 1:1 Betreuungssituation, so viel wertvolle Ausbildung und zusätzliche Info wie möglich bieten kann, damit sie schneller, besser und leichter ihren Weg gehen.“

Seinen Lehrauftrag – der ihm während der SummerSchool-Betreuung 40 Überstunden einbrachte – versteht er als Berufung: „Für mich ist das die einzige Möglichkeit, wirklich etwas zu bewirken, sie zu begeistern, ihr Interesse zu pushen und auch Soft Skills zu vermitteln – für ihre Zukunft und ihre Entwicklung.“

Filmemacher Camillo Meinhart zeigte seinen Film über den jungen Forschungszweig Synthetische Biologie „SYNBIOSAFE“, der die verschiedenen Aspekte der jungen Disziplin Synthetische Biologie vermittelt. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit Markus Schmidt, vom interdisziplinären Verein IDC, und ist an einem der laufenden GEN-AU ELSA-Projekte beteiligt.

Nachwuchsförderung groß geschrieben

Nicht nur die Wissenschafter und Wissenschafterinnen investieren viel in die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, sondern auch das Wissenschaftsministerium sieht seine Sicherung als Auftrag. Programmbüro-Chef Oliver Kemper erklärte: „Das Ministerium will Jugendliche zur Wissenschaft bringen, um sie eines Tages als bestausgebildete Forschende am österreichischen Arbeitsmarkt zu haben.“ Deshalb macht das bmwf auch weiterhin mit der GEN-AU SummerSchool eine frühzeitige Begegnung  der Jugendlichen mit der Forschung möglich.

Hemma Bauer, verantwortlich für GEN-AU, lobte alle Beteiligten: „Ohne das Interesse der Jugendlichen würde die SummerSchool nicht stattfinden, hohe Anerkennung auch für ihre Bereitschaft den Sommer zu verkürzen und für die Betreuenden, die das erst möglich machen sowie an alle, ohne deren Engagement die GEN-AU SummerSchool nicht so lebendig wäre.“


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