PORTRÄTSERIE PROJEKTLEITER
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Personal data
Date of birth October 31, 1957 Education 1975 High School graduation Career history 1983 - 1988 Research Associate at the European High Energy Physics Lab (CERN, Geneva) Career related activities 1992 - 2005 Diverse positions in the university administration (senate, chairperson of the faculty, member in various committees, head of the institute, etc.) Research interests Public understanding of science, science-society and science-policy interactions; development of scientific institutions.
Am Schnittpunkt zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Ein Portrait von Mag. Christina Maria Hack
"Liebe auf den ersten Blick" zum 1987 neu gegründeten Institut brachte Felt wieder nach Wien zurück und von der Stunde an war sie dabei, die Wissenschaftsforschung in Wien zu etablieren. Dennoch locken Forschung und Lehre immer wieder in´s Ausland: Montreal, Paris, Strassburg und Zürich waren wichtige Stationen. "Es ist enorm wichtig, in andere Systeme zu schauen - nicht nur um Neues kennenzulernen, sondern auch um die eigene Arbeit zu reflektieren", betont Felt.
Wenn der Begriff "Wissenschaftsforschung" für Außenstehende trocken klingen mag, so räumt Felt derartige Bedenken mit einem verschmitzten Lächeln aus: "Es geht mir darum, die Aufmerksamkeit auf Wechselwirkungen zu lenken und die zentrale Rolle der Wissenschaft in unserer Gesellschaft hervorzuheben." Studierende aller Disziplinen, "Leute, die künftig an den Schlüsselpositionen sitzen", müssten laut Felt die Regeln der Wissenschaft kennenlernen und diese stets kritisch hinterfragen. Mit dem gleichen Elan, mit dem Felt Studenten in die Geheimnisse der Wissenschaftsforschung einweiht, hält sie bisweilen auch Management-Seminare für Rektoren europäischer Universitäten. "Vor allem in den Osteuropäischen Ländern ist man sehr mit dem Umdenken beschäftigt." In diesen Seminaren bietet Felt zwar keine fertigen Lösungen, "dafür aber Denk-Materialien".
Trotz ihres Engagements weiß die Wissenschafterin auf dem Boden der Realität zu bleiben. Dass der Kommunikationsfluss zwischen dem "Elfenbeinturm" der Wissenschaft und der Öffentlichkeit noch immer stockend fließt, sei auch den Rahmenbedingungen zuzuschreiben: "Öffentlichkeitsarbeit ist sehr aufwändig und nur die wenigsten Institute haben dafür genügend Zeit und Ressourcen." Eine veränderte Einstellung zum Thema Kommunikation nach außen sei jedoch spürbar. "Forscher müssen sich vorrangig im wissenschaftlichen Feld präsentieren. Herauszufinden, was für andere interessant ist, das ist ein Lernprozess", meint Felt - und mit einem Blick in Richtung Medien: "Wenn jemand einen Artikel über mich und meine Arbeit schreibt, dann wird er mir ganz andere Fragen stellen als ein Kollege aus der Forschung." Neben dem ELSA-Projekt "Reden wir über Gold" prägt der Anlauf des EU-Projektes "Challenges of Biomedicine" zur Zeit den Gutteil der Arbeit von Felt: Vor dem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund von acht Nationen soll die Einstellung der Öffentlichkeit zu den Themen "Transplantationsmedizin" und "Genetische Tests" erfasst werden. Parallel dazu ist Felt Herausgeberin der internationalen Zeitschrift "Science, Technology & Human Values" und untersucht - ebenfalls in einer internationalen Kooperation - Veränderungsprozesse im universitären Feld.
Begeisterung für die Wissenschaft, ungebremste Neugier und Freude an der Arbeit werden bei jedem Satz spürbar, mit dem sie ihre Tätigkeit beschreibt. Zwar ist dabei immer von "meinem Interesse", vielmehr aber noch von "unserer Arbeit" die Rede: Felt ist Teamarbeiterin, das spürt man. Und wenn ihr Tagespensum nach einem 20-Stunden-Tag anmutet, nimmt sie dies mit einem Lächeln zur Kenntnis: "Mein Tag ist voll, aber nicht überfrachtet - außerdem habe ich ein gutes Team um mich herum." Nachsatz: "Wenn mir etwas Spaß macht, dann bin ich eben voll dabei."
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