GEN-AU

Die Projekte

Geförderte Projekte 2001-2006


PORTRÄTSERIE PROJEKTLEITER

Vakzinologie ist kein Penny-Markt

Die Impfstoffforscherin Eszter Nágy im Gespräch mit Bert Ehgartner

PORTRÄTSERIE PROJEKTLEITER

Fantastische Biologie

ELSA-Projektkoordinator Markus Schmidt über die Forschung im Kino und in den Schlagzeilen. Ein Gespräch mit Stefan Löffler.
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Personal Data

Date of Birth:    04.02.1960
Place of Birth: Ried im Innkreis, Austria
Nationality: Austria

Education

1966 - 1970    Primary School, Attnang-Puchheim
1970 - 1978    Bundesgymnasium Vöcklabruck
1979    Military Service
1979 - 1987    Student of Bichemistry (University of Vienna) and Technical Chemistry (Section: Biochemistry and Food Chemistry) at the Technical University of Vienna. Diploma thesis (with Prof. Dr. CP Kubicek): "Alcohol-dehydrogenase isoenzymes of the xylose-fermenting yeast Pachysolen tannophilus". Degree: Dipl. Ing.
1987 - 1991    Dissertation at the Institute for General Biochemistry of the University of Vienna (advisor: o. Univ. Prof. Dr. H. Ruis): "Regulation of the expression of the CTT1 gene (cytosolic catalase T) of Saccharomyces cerevisiae". Degree Dr. rer. nat

Career History

1991-1992    Postdoctoral Fellow with Professor O.C. Yoder (Department of Plant Pathology, Cornell University, Ithaca, NY, USA). Recipi-ent of an Erwin Schrödinger Fellowship of the Austrian Science Foundation (FWF). Project: "Isolation of a toxin biosynthesis gene of the plant pathogenic fungus Cochliobolus heterostro-phus"
1992-1995    Postdoctoral Associate and Research Associate at the Plant Sci-ence Center of Cornell University, Ithaca, NY, USA. Principal investigator of project "Retrofitting YAC Clones for Plant Transformation"
1996-1998    Return to Austria to the Center of Applied Genetics, University of Agricultural Sciences, Vienna as Recipient of an APART-Fellowship (Austrian Programme for Advanced Research Technology) of the Austrian Academy of Sciences (ÖAW). Pro-ject: "Engineering Trichothecene Resistance in Plants".
Since 1999:    "Universitätsassistent" (Assistant Professor, group leader) at the Center of Applied Genetics. Teaching: "Molecular Biology of Plant-Pathogen Interactions" and "Protein Expression in Yeast".

Awards

1992: Schroedinger fellowship (FWF); 1996: APART (ÖAW)

Memberships     

ASM, IS-MPMI, Ges. für Mykotoxinforschung e.V., ÖGGGT


Kampf gegen Giftpilze

Der Wissenschaftler möchte die Genomforschung nutzen, um natürliche Vorgänge besser zu verstehen.

Ratten sezieren und für Chemie-Olympiaden explosive Mischungen herstellen - nicht gerade alltägliche Beschäftigungen für einen Teenager. Gerhard Adam jedoch nahm Ende der 1970er Jahre mit Feuer und Flamme an den naturwissenschaftlichen Übungen an seiner Schule, dem Bundesgymnasium Vöcklabruck, teil.

Nach der Matura - ging der geborene Oberösterreicher nach Wien, wo er an der Universität Wien - "ein ziemlicher Elfenbeinturm" - und an der Technischen Universität Biochemie studierte. "Während des Studiums in Wien hab ich wild nach Lust und Laune gelernt - auch wenn´s nicht gerade verpflichtend im Studienplan stand."


Risiko trägt Früchte

Schon während der letzten Studienjahre interessierte Adam sich immer mehr für die genetischen Interaktionen zwischen Pflanzen und ihren Krankheitserregern - in den frühen 1990er Jahren allerdings wissenschaftliches Neuland.

"Es hätte auch weniger riskante, dafür dankbarere Themen gegeben. Solche, wo mit großer Wahrscheinlichkeit was rauskommt", so Adam, der 1991 Wien verließ - um im Nordosten der USA an der Cornell University an einem giftbildenden Schimmelpilz zu forschen. Da toxinbildende Pilze Nutzpflanzen befallen können, begannen Forscher zu dieser Zeit, das molekularbiologische Zusammenspiel zwischen Pilz und Pflanze zu untersuchen.

Adam welchselte an das Cornell Plant Science Center und arbeitete an neuen Methoden zur Pflanzentransformation mit großen DNA-Fragmenten. Finanzielle Unterstützung für das schwierige Projekt erhielt er vom US Department of Agriculture. "Förderung von leicht utopisch klingenden riskanteren kleinen Projekten ermöglich Innovation und Schritte ins wissenschaftliche Neuland", so der 44-jährige aus eigener Erfahrung, der diesen Denkansatz in der heutigen europäischen Forschungspolitik vermisst.


Familien-Management als Herausforderung

"Um spätestens halb fünf muss einer von uns beiden das Werkzeug fallen lassen", so Adam, der sich mit seiner Frau - ebenfalls Wissenschafterin - die Erziehung der beiden Töchter teilt. "Einer von uns beiden hat dann die Möglichkeit zur Nachtschicht" - also zum Schreiben von Berichten, Manuskripten, oder zum Korrigieren von Prüfungsarbeiten. Adams Arbeitseifer hat bei den Kinder manches Mal zu der Vermutung geführt, "dass der Papa im Institut wohnt."

Auch als noch kinderloser Post-Doc fand Adam es zuweilen schwierig, Karriere und familiäre Interessen unter einen Hut zu bringen. "Meine Frau und ich haben es jedoch geschafft, unsere Auslandsaufenthalte zu synchronisieren", so Adam, der 1996 aus den USA nach Wien zurück kam - und seitdem an der Universität für Bodenkultur (BOKU) forscht.


Widerstandsfähige Pflanzen überlisten Giftpilze

Mittlerweile leitet Adam eine kleine, rund 10-köpfige Arbeitsgruppe, die sich dem Thema "Pflanzen-Mikroorganismen-Interaktion" widmet - und zwar am Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie. In Adams Labor wachsen - wohl verwahrt in Brutschränken - die Untersuchungsobjekte der Forscher - vor sich hin - Schimmelpilze der Gattung Fusarium.

Nicht nur für den Laien haben die Pilze wahrlich unappetitliche Eigenschaften - sie infizieren Getreidearten wie Weizen oder Mais. Der Pilz produziert Stoffwechselprodukte - so genannte Mykotoxine - von denen einige hoch giftig sind; andere wirken wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Über Nahrungs- und Futtermitteln können diese Substanzen schließlich in den menschlichen und tierischen Körper gelangen.

Adams Team versucht zu verstehen, auf welche Weise sich Pflanzen gegen die Pilzgifte schützen und damit auch gegen den Pilzbefall resistenter werden. Hypothesen werden auch durch Gentransfer in Modellpflanzen (Ackerschmalwand, -Tabak) getestet.


Eine Wahnsinns-Story für Umweltschutzorganisationen

"Unser Thema ist auch für die Öffentlichkeit absolut relevant", so Adam, der sich wundert, dass die Belastung von Getreide durch Mykotoxine nicht mehr thematisiert wird.

"Ich will keine Gräuelpropaganda machen - es fällt davon niemand tot um oder wird steril." Der Biotechnologe vermutet jedoch, dass Mykotoxine in der Öffentlichkeit wesentlich stärker diskutiert würden, wären sie Menschen-gemacht und nicht auf "natürlichem Wege" von Pilzen produziert. "Es wundert mich, dass Umweltschutzorganisationen hier nicht aufschreien."


Missverständnisse rund um Gentechnik

Mit dem Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber der Biotechnologie ist Adam regelmäßig konfrontiert. Sein Arbeitsplatz im 19. Wiener Gemeindebezirk liegt in unmittelbarer Nähe vom Redaktionsgebäude der "KRONE" - die Zeitung betreibt zuweilen vehementes Lobbying gegen Grüne Gentechnik.

Auch wenn er der Schwarz-Weiß-Malerei und Panikmache der Gentechnik-Gegner nichts abgewinnen kann, meint Adam: "Die öffentliche Hand wird schon bald mehr und mehr gefragt sein, Ziele und Erwartungen vorzugeben, die nicht auf kurzfristige Produktentwicklung und Gewinnmaximierung ausgerichtet sind."

In Bezug auf seine eigenen Arbeiten hat erklärt er Skeptikern: "Bei meiner Arbeit geht es nicht darum, mit Gewalt transgene Pflanzen für das Feld zu machen. Vielmehr möchte ich die Genomforschung nutzen, um natürliche Vorgänge zu verstehen. Dieses Wissen kann man schließlich zur Reduktion der Mykotoxinbelastung von Getreide nutzen." Adams Team scheint am besten Weg, seine Visionen zu verwirklichen: Mit der Unterstützung vom Austria Wirtschaftsservice konnten in den letzten beiden Jahren bereits zwei Patentanträge eingereicht werden.



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